Virtuelle Wege in die Zukunft
Wahrnehmung und Medium in Evolution
Nestor Nees – so kann man ihn Fug und Recht nennen. Denn Georg Nees ist nicht nur der Wegbereiter, Pionier der Computerkunst in Deutschland, sondern er ist viel mehr und vieles darüberhinaus.
Diese 12 Aufsätze aus der Tastatur von Georg Nees zeigen zum einen die erstaunliche Breite und Tiefe seines Werkes auf, sie führen uns den logisch schließenden Zeichen- und Symboltheoretiker ebenso vor Augen wie den Kybernetiker, den Futurologen, den Philosophen, den Visionär und den Künstler.
Den ganz besonderen Reiz dieser versammelten Schriften, die gerade im dot Verlag erschienen sind, macht aber ihre historische Dimension aus. Während der erste Aufsatz aus dem Jahre 1966 datiert, stammt der letzte von 1999. Schnell wird dabei deutlich, dass Nees schon in den 60er und 70er Jahren Entwicklungen und Ereignisse präzise voraus ahnt, voraus weiß, herbei-postuliert und heraus-fordert, die uns in heutiger Zeit fast schon wie etwas Unspektakuläres erscheinen mögen, die Spracheingabe beim Computer etwa oder den gänzlich computergenerierten Film.
Georg Nees demonstriert in diesen Schriften beispielhaft, dass er den ganzen langen Weg, sozusagen Schritt für Schritt, gegangen ist – von einer der ersten „primitiven“ Computergraphiken, in der Sekanten „per Zufall“ in einen virtuellen Kreis eingezeichnet sind bis hin zur immer perfekteren Abildung der realen Realität in der virtuellen Realität des Cyberspace. Georg Nees weiß wie wir, dass dieser Weg noch nicht zu Ende ist – und wahrscheinlich weiß er ebensowenig wie wir, wo er enden wird.